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antichrisis - perfume


Erscheinungsjahr: 2001
Label: napalm
Tracks: 10
Spielzeit: 66:45
Genre: Metal
Subgenre: Folkrock
antichrisis.jpg
Bewertung: 5/10

rating

Antichrisis haben seit ihrem ersten Album (Cantara Anachoreta) bei mir einen Stein im Brett. Nicht, dass es perfekt wäre, aber es stach aus dem Veröffentlichungsregen, der 96/97 auf mich einprasselte doch sehr angenehm heraus. Damals spielte man eine abwechslungsreiche Mischung aus melodischem Death Metal, Pagan Metal und Gothic, auffallend die variable Gesangsarbeit von Moonshadow, der die CD fast im Alleingang fertig stellte.

Doch seit dem ist viel passiert bei der Nordrhein-Westfälischen Band. Mastermind Moonshadow hätte sich aus Liebeskummer wohl fast das Leben genommen, doch nach einer Weile im Irrenhaus (ursprünglich wurde verlautet, dass er sich tatsächlich das Leben nahm) raufte er sich mit einem Kollegen zusammen und entschied sich, Antichrisis weiter zu führen und sein Pseudonym abzulegen.

Das zweite Album, das dann aus dieser Arbeit heraus entstand war schon nicht mehr stark vom Metal geprägt, man legte mehr Wert auf die folkigen Aspekte der Musik, meines Erachtens ging aber auch einiges an Reiz verloren. Eigenständig und abwechlsungsreich waren Antichrisis zwar immer noch, aber insgesamt waren die Songs doch merklich seichter und nicht mehr so interessant.

Nun liegt seit dem Frühjahr dieses Jahres die neue CD vor und ist von mir zwiespältig aufgenommen worden.
Einerseits bietet man wiederum wunderschöne Gesangsmelodien der weiblichen Dragonfly (was für bescheuerte Pseudonyme) und faszinierend fremdartige Uilleann Pipe-Parts sowie Flötenbeiträge, aber andererseits gibt es haufenweise Zeugs, das man lieber nicht auf CDs findet, so sind bei "like the stars" und "Gates of Paradise" übelste triviale Popanklänge zu finden, die bei letzterem sogar ein wenig an DJ Bobo erinnern, was die künstlichen Beats und die rhytmische Gesangsarbeit angeht.
Und, wo doch im Presseinfo so schön von Einfallsreichtum die Rede ist: Warum hat es die Band dann nötig, gleich zwei (!) Songs vom ersten Album und zusätzlich noch "Whole Lotta Love" von Led Zep zu covern?
Nicht, dass diese Versionen schlecht gelungen sind, besonders "Carry me down" entwickelt sich zu einem der besten Songs auf dem Album, aber an die Originale kommen die Drei bei weitem nicht heran und mir kommt es so vor, als müsste das Album irgendwie vollgestopft werden.
Es bleiben sieben neue Eigenkompositionen (eine davon auch noch das überflüssige Instrumental "Dragonflies") und leider verschwindet bei fast keiner der zwiespältige Eindruck. Lediglich das fast neunminütige "We are the Witches" und "Wasteland" schaffen den Spagat zwischen Alternative Pop, Folk und Rock, ersteres recht treibend, letzteres eines der ruhigsten Stücke auf dem Album.
Beim Rest stören so gut wie immer die altbackenen Drumloops und Keyboards, obwohl alle Stücke nach eingehender Betrachtung durchaus ihren Reiz entfalten - meistens während des Refrains. Das genannte "Gates of Paradise" entfaltet sich erst im von wunderbaren Melodien getragenen Chorus so richtig, aber bis dahin muss man erstmal durchhalten!
Und so geht es bei nahezu jedem Song: "Something inside" bietet erst nach anderthalb Minuten den rettenden Bruch mit den abscheulichen Synthieparts, der Opener "Hole in my Head" wäre ganz schön, wenn da nicht diese saftlosen Loops wären, usw.


Im Endeffekt bleibt nach der guten Stunde (40 min., wenn man die Cover und das Instrumental abzieht) ein sehr verwässertes Album, was bei mir nicht über Durchschnitt rauskommt und für Metalfreunde gar nichts ist.
Sollten Antichrisis ihre Musik von allzu seichten und einfallslosen Popelementen mal befreien, bin ich jedoch wieder zur Stelle.


Ähnlich:
Cruachan, Fiddler's Green, Skyclad, Falkenbach, Pink Floyd, DJ Bobo, Fury in the slaughterhouse

29.03.2005
stativision (Tobias Goris)


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!