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ankh - expect unexpected


Erscheinungsjahr: 2003
Label: metal mind
Tracks: 16
Spielzeit: 55:38
Genre: rock
Subgenre: progressive rock
ankh.jpg
Bewertung: 8.5/10

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Expect.

Alles. Anders. Neu, gut, ungewöhnlich und doch gewöhnlich. Die Umstellung, Mensch/Machine, ist geglückt in Polen. So gut wie selten. Rundumerneuert, avantgardistisch (war es aber schon immer) - sicherlich nicht jedermanns Sache. Doch sind wir ehrlich: Die Vergangenheit braucht eigentlich niemand so recht. Klar, sie war nötig, um an diesem Punkt anzukommen, aber insgesamt doch relativ unnötig. Nötig/unnötig - das sind auch die weitläufigsten Meinungen zu "Expect Unexpected". Ersteres, ganz klar.

Unexpected.

Eigenständig, wie wenn man die letzten paar Jahre ignoriert hätte. Außer vielleicht Chroma Key, aber das kann a) Zufall sein und b) ähnelt Piotr Krzeminski eben Kevin Moore. Nichts verwerfliches. Zu bunt treiben es Ankh eigentlich nicht. Auch wenn der Anfang von "Love Surpreme" eher gegenteiliges bestätigt. Klingt generell ein wenig nach Pink Floyd in der Zukunft. Menschmaschine. Letzteres gibt den Takt an, obwohl ersteres dominiert. Witzig. Und gut. Es ist eben doch eine Kunst mit kleinem Aufwand aufwändig zu klingen. Brumm Brumm Brumm.

Expect.

Viel versteht man nicht, schließlich bedienen sich Ankh ihrer Heimatsprache, was teilweise durchaus witzig klingt, und wegen den englischen Titeln sogar etwas irreführt. Gummibärchenamoklauf. Letztlich bleibt eines offen: Meinen Ankh das wirklich so? Ja, sie meinen es so, auch wenn viele es anders sehen. Die Unterirdischkeit dieses Werkes kann mir jedenfalls keiner glaubhaft versichern. Erst recht nicht solche, die sich nicht einmal damit befasst haben. Kunst muss provozieren - und außerdem wäre es ja langweilig, wenn sie jeder Depp verstehen würde. Weihnachtsbaum. Die Funkübertragung wird schlechter.

Unexpected.

Träumer. Über weite Felder mit blauen Farnen, die sich im blutroten Himmel wiederspiegeln. Ein Jubel, ein Rennen, ein Gewusel, ein Getaumel - und der dicke Zuhälter aus den Siebzigern. Kaffeeröster auf Kuba. Rostiger Kaffee im Kaba. Die Jahre vergehen und keiner sieht je mehr sein Zuhause. Macht aber nichts. Wer trauert schon seinem Zuhause hinterher? Ankh ganz sicher nicht. Sonst würde "Expect Unexpected" so klingen wie "Ankh" oder sonstwie, aber nicht so. Kein Wunder, dass die Doktoren (manchmal) ein unbeschriebenes Blatt sind: Die Tinte haftet nicht. Auch nicht auf Waldbühnen, aber in anerkannter Fachliteratur. Alle anderen sind Verkenner im Bunzenbrenner. Mal klingt die Blockflöte wie ein Glockenspiel und schon kommen die Sequenzer. Kampf, Krieg, Gebeine.

Expect.

Es wird ein Morgen geben - mit dieser Platte auf jeden Fall. So sicher wie das Amen in Imbiss. Moment. Egal. Denn die Flöten sind immer noch da. Und sie rauben einem nicht den letzten Nerv. Sowas nennt man Medieneinsatz. So wie der fette Chris mit dem dicken Günter. Alles im Boot, alles im Lot. Lotte, die alte Kapotte. So tönt und tönt es laut in die Welt hinein. Süchtig mach das Schokobrot, denn der Retter befindet sich in Not. Nicht alles ist gelb (wie es eigentlich sein sollte), sondern blau. Bübchenblau, dreckig blau, blau blau - alles erlaubt, was gefällt. Wie bei Schultze (gets the blues) unterm Sofa. Der Ding ist übrigens ein Mensch am Strand mit Rucksack und kein futuristisches Kamel. Erdbeerkuchen?

Unexpected.

"Never"/"I Want You" (Schlussorgasmus) wartet sogar mit altbekannten Tönen auf: Es ist eine Gitarre. Wow. Wurden die nicht schon vor 238 Jahren abgeschafft? Nein. Die Zukunft tönt blau. Immer noch. Und eigentlich riecht sie auch ganz gut. Moralapostel hin oder her. Ich mag blauen Schnee. Nur schade, dass er inzwischen schon wieder schwer zu bekommen ist. Im Schaufenster? Nö. Nichtmal im Laden. Importiere dich selbst, dann importiert dich Gott. Ping-Pong mit der Stimme - Geister in der Dachrinne! Huh Huh Huh. Immer schon auf dem Boden bleiben, Fred! Kommando zurück. Auf nach Polen! Ankhe. Akhne? Ein Sechser im Lotto, Muchachos!

Expect.

Ich liebe Eskalationen. Vor allem die kleinen, versteckten. Hier, das ist eine wahre Wundgrube. An jedem Eck, in jedem Fleck. Immer rein in die Soße - keiner isst böse. Auf taube Ohren kann wohl jeder verzichten, erst recht die Jungs in Polen. Schließlich ist hier das Blau. Die meisten Leute mögen doch blau. Jeden Tag. Warum nicht einfach den Blick schwelgen lassen? Die Augen werfen. Entspannen. Fliegen, schweben, gut riechen. Sich wohlfühlen. Details suchen und Pornohefte im Sand vergraben. Schließlich waren doch alle mal jung. Auch du!

Unexpected.


Ähnlich:
Chroma Key, Pink Floyd

13.03.2005
hlmr


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  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!