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a hundred times beloved - antarctic sunrise


Erscheinungsjahr: 2007
Label: alison records
Tracks: 9
Spielzeit: 35:59
Genre: beats/elektro
Subgenre: dreamy wave rock
antarcticsunrise.jpg
Bewertung: 6.5/10

rating

Stillstand scheint es bei a hundred times beloved nicht zu geben. Ich erinnere mich gerne an die erste CD, auf der ein gerade mal der Schule entwachsener Regensburger stille, fast poetische Klanglandschaften zwischen Ambient und Postrock geschaffen hat. Auf der folgenden EP wurde dann mehr und mehr der Song, die Stimme und die Beats entdeckt. Außerdem sind a hundred times beloved zum Duo gewachsen. Christian Winklhofer heißt die erste Verstärkung und ist in erster Linie für Gitarre zuständig. Und als wäre das noch nicht genug, gibt es mittlerweile eine Livebesetzung, in der Erich Mayer die Drums bedient. Winklhofers Gitarrenspiel beeinflusst natürlich die Richtung, in die a hundred times beloved gehen. Neu sind auf "antarctic sunrise" Gitarrenwände wie aus Schnee, sicherlich von Shoegazerbands wie My Bloody Valentine und Ride beeinflusst. Besonders beim Quasi-Opener (hinter dem sphärischen Intro "selene") "swirl a half-hearted" und dem überraschend schnellen, spannungsgeladenen "the tide is high" denkt man mehr an (verwaschenen) Noise, als an Dreampop. Die Beats hingegen pluckern und pochen ähnlich trocken wie noch auf der letzten EP, wodurch der leicht anachronistische Retroeffekt (manchmal fühlt man sich in die Zeit von Kraftwerk und New Wave zurückversetzt) noch verstärkt wird. So ist einerseits die Verwandschaft zu ähnlich gelagerten deutschen Bands wie Notwist oder Finn weiter entfernt als man vermuten könnte, was eine höhere Eigenständigkeit zur Folge hat. Andererseits stören die sehr in den Vordergrund gemischten Beats die Homogenität und die Atmosphäre von manchen Songs. Bezeichnend, dass einer der besten Songs, das abschließende "quebec", ganz ohne die Beatbox auskommt. Und mit Stille und schöner Melodie punkten kann. Doch auch sonst ist "antarctic sunrise" nicht ohne: "ella" überzeugt neben ordentlicher Gesangsmelodie durch einen sich schön steigernden Songverlauf, in dem verhallt kreischende Gitarren den Höhepunkt bilden, "dressing in women's clothes" ist überraschend düster und fast in der Dark Wave Ecke anzusiedeln, während es "happiest dream" (mit der überzeugendsten Rhythmusprogrammierung) schafft, gleichzeitig lethargisch und sehnsüchtig zu klingen. Und "one day" gefällt wegen der Kombination aus Acherschen Knispelelektro und schlingernden, verzerrten Gitarren. Nur die Beats wirken auch hier wie ein Fremdkörper. Die Textzeitelen gehen zwar selten über Poesiealbumsprüche hinaus, ist aber trotz - oder wegen - der Verträumtheit wenigstens schön. Etwas länger hätte das Album dann aber doch sein können. Es gibt nicht das Gefühl einer abgeschlossenen Einheit, dass mehr Songs verwehrt hätte und so unterkühlt, dass man Frostbeulen bekommen würde, ist "antarctic sunrise" auch wieder nicht. Vielleicht muss man aber auch heutzutage, in einer Welt in der nur Leistung zählt, mit einer guten halben Stunde Eskapismus zufrieden sein.

A hundred times beloved offiziell

a hundred times beloved auf myspace


Ähnlich:
polarkreis 18, turner, styrofoam, my bloody valentine, console, four tet, röyksopp, the postal service, schneider TM, thom., new order, kraftwerk, daft punk, moby, mum, album leaf, archive, unkle, autechre, spruce, finn, hood, beta band, jersey, radiohead, massive attack, tortoise, sigur ros, notwist, the sea and cake

05.03.2007
stativision (Tobias Goris)


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  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
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  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!