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36 crazyfists - a snow capped romance


Erscheinungsjahr: 2004
Label: universal
Tracks: 11
Spielzeit: 38:25
Genre: metal
Subgenre: new metal
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Bewertung: 7.5/10

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Ein Album für zwischendurch. Zwischendurch deluxe.

"A Snow Capped Romance" - das sind 11 Songs in 37 Minuten. Frisch, frech, schön, hart, modern, packend, rockend. Mit vielen Höhepunkten, ohne Tiefpunkte. Jedes Stück ein Treffer. Eine Ode an die Heimat der 36 Crazyfists: Alaska. - kalt, aber doch farbenfroh und warm.

Mit viel bösen Willen könnte man die Band einfach in die ausgeleierte und öde Nu Rock-Schublade stecken, abschließen und den Schlüssel wegschmeißen. Doch die zahlreichen, verrückten Fäuste haben trotz ihres dämlichen Bandnamens mehr Substanz als die meisten ihrer Kollegen. Die Songs sind mehr als clever arrangiert, strotzen vor göttlichen Details und sind trotzdem so catchy, dass es eine wahre Freude ist.

Bestes Beispiel: "Bloodwork". Schleppender Beginn, akustische Strophe, bei dem Brook Lindow seine Stimme voll und ganz entfalten kann, nach der Bridge ein supertoller Refrain. So What? - Doch der Teufel steckt im Detail. Die ganzen kleine Breaks, die Drummer Thomas Noonan so geschickt versteckt oder die zauberhaften, unauffälligen Licks von Klampfer Steve Holt - DAS ist großes Kino. Packend, emotional. Ein Hit, der zusammen mit den beiden ersten Songs "At The End Of August" und "The Heart And The Shape" das Single-Triumvirat des Albums bildet. Nicht, dass die Qualität nach diesen Songs abfallen würde, doch die Songs werden teilweise anspruchsvoller, etwas sperriger, oftmals gar zu tief und atmosphärisch für eine Single.

Das kurze "Kenai" strotz ebenfalls vor raffinierten Einfällen. Hier thront Thomas eindeutig über der Band. Seine Fills und Breaks sind einfach genial, ganz zu schweigen von den Tempiwechseln. Der Song an sich geht ganz klar in die Emo, bzw. Screamo-Ecke und erinnert zu seinen hibbeligen Momenten ein wenig an die in Frieden ruhenden At The Drive-In. Das Zeug mag momentan trendy sein und von 7239832 Bands praktiziert werden, doch die 36 Crazyfists schaffen es bei diesem Track dem Ganzen nochmals einen Originalitätsschub zu verliehen. Insgesamt könnte der Song auch von der deutschen Screamo-Hoffnung Diatribe stammen.

Nachdenklich, melancholisch und wunderschön wird´s bei "Skin And Atmosphere" - für viele der Schlüsselsong der CD. Brock Lindow singt hier fast ausschließlich mit seiner cleanen Stimme und sorgt für den ein oder anderen Gänsehautschauer auf dem Rücken. Sehr cool sind auch seine Sangesschnarrer, wie wir sie beispielsweise von Nina Hagen kennen. Allerdings strapaziert Brock das nicht über, sodass man sich immer wieder dran erfreuen kann.

Richtig massiv ist der Rausschmeißer "Waterhaul". Ein sehr intensives Stück, das teilweise fast schon wie Light-Version von Cult Of Luna klingt. Ganz sicherlich nicht massenkompatibel. Mit fünf Minuten Spielzeit der längste und unzugänglichste Track der Scheibe. Dass die 36 Crazyfists auch sowas meistern können, spricht natürlich für sie.

Die Produktion von James Paul Wisner überzeugt auf ganzer Linie: Klar, transparent, druckvoll - wie eine Scheibe eben klingen sollte. Doch die Lorbeeren hierfür darf neben Wisner vor allem Tausendsassa Andy Sneap (Nevermore, Arch Enemy, etc.) einfahren, der für den Mix zuständig war. Dadurch, dass er die Scheibe nur gemixt hat, wird das Einheitsbreisyndrom geschickt umgangen. Schließlich lässt sich zur Zeit fast alles, was Rang und Namen hat von Sneap den passenden Sound verpassen.

"A Snow Capped Romance" ist ein sehr überzeugendes Album, welches sich nicht nur beim Autofahren gut macht. Eines der wenigen Alben in letzter Zeit, bei welchem ich mal wieder eine akute Suchtphase, sprich mehrmaliges Hören am Tag über einen längeren Zeitraum, geriet. Das will was heißen.

Anchecken. Sofort.


Ähnlich:
Drowning Pool, Killswitch Engage, Glassjaw, Sevendust, Deftones, Taproot

13.03.2005
hlmr


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Letzte Kommentare

  • Carsten Rothaar: In meinen Augen verdient die Scheibe ein besseres Feedback als das obige. Für eine Band ohne großes Label eine tolle Leistung. Habe die Band live beim Olgas Rock Festival gesehen und muss sagen: TOP!
  • schizoid: i love this band but i cant find this cd
  • Raven: Ok. Mein Fehler. Der Komponist ist natürlich Edvard Grieg. Und es handelt sich um die Peer Gynt Suite.
  • Raven: Soweit ich weiß, ist das Intro NICHT "Peter und der Wolf" sondern Peer Gynts "Morgenstimmung".
  • Doomboy: Die Scheibe war damals nen dauerbrenner in meinem Player Bewertung 10/10 ich liebe die alten Deathmetalscheiben is halt nix für Weicheier!